Notenschrift – Notenlesen – Notenschreiben

Wer hat die musikalische Notenschrift erfunden?

Guido von Arezzo – Erfinder der Notenschreibung

Man hört immer wieder von Musikern, die ihr Instrument gut spielen, aber trotzdem keine Noten lesen können. Das ist möglich, wie viele Volksmusiker auf der ganzen Welt es bewiesen haben und noch heute beweisen. Musik gibt es schon seit langer Zeit; die Notation, also die Notenschrift, wurde erst vor 1000 Jahren entwickelt.

 

Man kann vieles auswendig lernen: Texte, Einkaufslisten, Tonfolgen usw., solange sie nicht zu lang sind. Wenn es aber um komplexe, lange Musikstücke geht, dann wird es schwierig, alles auswendig im Gedächtnis zu behalten.

 

Die Erfindung der Notenschrift ist vergleichbar mit dem Buchdruck oder der Erfindung der Fotografie: So konnten Wissen, Bilder, Noten und Melodien festgehalten und vor der Vergessenheit bewahrt werden. Stell dir vor, Vivaldi hätte seine tolle Komposition „Die vier Jahreszeiten“ nicht aufschreiben können. Dann wäre unsere Welt um ein schönes Musikstück ärmer.

 

Wir können die Musik auch als eine Sprache auffassen, mit den Tönen als Alphabet. Damit sind die Töne die Basis der musikalischen Kommunikation.

 

Nochmals zu den Musikern, die gut spielen, aber trotzdem keine Noten lesen können: Kannst du dir einen Schriftsteller vorstellen, der nicht lesen kann? Das ist absurd! Also lesen und schreiben zu können ist in unserer Gesellschaft elementar. Genauso ist es sinnvoll und notwendig, vergängliche Töne zu notieren.

 

Das Notenschrift dient einerseits dazu, bereits bekannte Musikstücke schriftlich zu dokumentieren, und ersetzt so zum Teil die Überlieferung durch Vorspielen oder Vorsingen. Zur Dokumentation einer Melodie war dies die einzige Möglichkeit, gehörte Musik anders als durch Erinnerung festzuhalten.

 

Ein Benediktinermönch, Guido von Arezzo, war es, der vor 1000 Jahren ein System erfand, um Töne bzw. Melodien auf Papier zu verewigen.

Notation oder Notenschrift

Als Notation oder Notenschrift bezeichnet man in der Musik ein Zeichensystem, anders gesagt Koordinatensystem, welches das Festhalten von musikalischen Parametern wie Tonhöhe, -dauer und 
-lautstärke mit dafür entwickelten Symbolen und Regeln ermöglicht.

 

In der Musik ist eine Note ein grafisches Zeichen zur schriftlichen Aufzeichnung eines Tones in einem System von Linien, dem Notensystem. Die Platzierung der Note im Notensystem zeigt im Zusammenhang mit einem Notenschlüssel den Ton an, der gespielt werden soll. Weiters zeigt sie den Notenwert, also die Dauer des Tons an.

 

Wer hat die musikalische Notenschrift erfunden?  Guido von Arezzo – Erfinder der Notenschreibung
 Ein Benediktinermönch, Guido von Arezzo, war es, der vor ca. 1000 Jahren ein System erfand, um Klänge/Töne auf Papier zu notieren.

 

Schon im frühen Mittelalter wurden mit Hilfe der sogenannten „Neumenschrift“ Lieder und Gesänge aufgeschrieben. Sie war aber nicht genau, sondern recht vage. Das heißt, sie konnte den Verlauf einer längeren Melodie nicht genau darstellen. Für dieses Problem suchte der Benediktinermönch Guido von Arezzo eine Lösung.

 

Der linienlosen Neumennotation wurden allmählich Linien hinzugefügt, zunächst zwei farbige Notenlinien für die Töne f und c, um die Halbtonschritte e–f und h–c zu markieren. Um auch die Tonschritte zwischen den Linien genau zu erfassen, fügte Guido zwischen die f- und die c-Linie eine dritte Linie ein.

 

Die Linien funktionieren dabei wie eine Art Leiter, allerdings kann man in der Musik auch zwischen den Sprossen stehen. Ein Ton kann also auf einer Linie liegen, das heißt, die Linie geht durch ihn hindurch, oder er liegt zwischen zwei Linien. Um von einer Linie zur nächsten Linie zu kommen, bedarf es also zweier Tonschritte.

Statt der Farben verwendete Guido nun Buchstaben (c oder f) am Beginn eines Systems, um eine der Halbtonpositionen zu markieren. Damit hatte Guido auch den Notenschlüssel erfunden. Er verwendete vor allem ein kleines c, mit dem das c’ gesetzt wurde. Das f kam seltener vor, ist aber als f- oder Bassschlüssel noch immer in Verwendung.

Das Terzliniensystem war erfunden.  Guido empfahl auch eine vierte Linie zu setzen.

 

Also kurz zusammengefasst: Er ordnete Notenlinien im Terzabstand und fixierte die Tonhöhe, indem er eine Linie mit dem entsprechenden Tonbuchstaben bezeichnete, dem Notenschlüssel. Der Ton C bezog sich auf den Ton, der erklingt, wenn man die Taste C auf der Orgel spielt. Das Wort „Clavis“, bedeutet „Klaviatur“, aber auch „Schlüssel“. Mit anderen Worten: Die Klaviatur verbürgt die absolute Tonhöhe, und der Schlüssel zeigt an, wo im Liniensystem dieser Ton zu finden ist. Damit war unser absolutes Notensystem erfunden.

Guido visualisierte mit dem Terzliniensystem erstmals die Tonschritte exakt. Das ist eine große Leistung.

 

Zur Zeit Guidos kam man insbesondere für den Gesang meist mit vier Linien aus. Dies lag nicht nur am vergleichsweisen geringen Tonumfang der Stimme, sondern auch an den flexiblen Schlüsseln. Sie ermöglichten es, den Tonumfang einer Stimme oder einer Melodie in das Liniensystem einzupassen. Diese Art der Notation mit vier durchgehenden Notenlinien findet sich auch heute noch in Choralbüchern.

Für besonders hohe oder tiefe Töne wurden und werden ebenso wie in der modernen Notation Hilfslinien verwendet.

Wie lernst du eigentlich das Notenlesen?  

Indem du zuerst singst!  Das ist kein Schreibfehler, zuerst bzw. gleichzeitig singen und lesen! 
Zusätzlich musst du wissen und verstehen, was du notieren bzw. lesen willst. Wofür stehen grafische Symbole, wofür ein hohler oder ein schwarzer Kreis auf einer Linie oder zwischen zwei Linien?  Was wird damit abgebildet?  Die Tonstufen, die unsere Musik ausmachen!  Das zu wissen und zu verstehen ist elementar, bevor du Noten zu lesen beginnst.

 

Wenn du ein englisches Wort oder einen Satz vorlesen kannst, aber nicht weißt, was diese Wörter bedeuten, dann hat das wenig Sinn.

Also das Notenlesen erlernen kannst du am sinnvollsten, wenn du zuerst die sieben Tonstufen, die unsere Musik ausmachen, nach dem Gehör erkennen kannst.

 

Wie das genau geht?  

Wie beim Fremdsprachen- oder Instrumentalunterricht muss das Notenlesen (und damit auch gleichzeitig die Gehörschulung) mit wenigen Elementen beginnen. Regelmäßiges Üben und die langsame und kontinuierliche Steigerung der Anforderungen führen zu den notwendigen Fertigkeiten, um schließlich anspruchsvollere Melodien und mehrstimmige Stücke lesen und schreiben zu können.

 

Du lernst zunächst zwei Töne zu unterscheiden. Mit diesen beiden Tönen (dem Gehörten und dem Notenbild) wird auf vielfältige Art und Weise geübt, bis schließlich ein dritter Ton hinzutreten kann. Über einen längeren Zeitraum hinweg werden so alle Töne erarbeitet. Wie das ganz genau geht?  Das zeige ich dir im Video-Onlinekurs Gehörbildung leicht gemacht.

 

In diesem Kurs lernst du auch die Notenschrift gründlich kennen. Nicht oberflächlich, sondern von Grund auf.  Nachher wirst du keine Probleme mehr mit dem Notenlesen und -schreiben haben. Klicke hier, um ein Gratis-Video anzuschauen! Gratis Video 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Viola Karal (Samstag, 17 Oktober 2020 20:51)

    Dieses Buch müsste eigentlich in jede Musikschule vorhanden sein.
    Das ist der beste Grundausbildung so für Kinder wie auch für Erwachsene die es erst erlenen möchten!
    Als Musiklehrerin kann ich es nur empfehlen.