Rhythmus - am Puls der Zeit

Wie die Zeit vergeht!   

Wie können wir die Zeit messen?

Wir können die Zeit nur indirekt messen, durch Dinge wie Uhren, regelmäßige Intervalle, Zeitabstände sicht- und hörbar machen…Tick, tack, tick, tack | usw.

 

Die Musik geschieht in der Zeit.

Ein Gemälde oder eine Statue kann man lang oder kurz betrachten, ohne dass es sich verändert. Die Töne stehen nicht still, sie verhallen, haben eine bestimmte Dauer, ein Ton folgt dem anderen.

 

Die Musik ist aber nicht nur in der Zeit sondern sie macht etwas mit der Zeit. Ein Ton kann die Zeit markieren. Dieser Ton markiert den Taktschlag und teilt die Zeit in gleiche Abschnitte. Das Metrum ist eine musikalischer Tatsache, die Teilung der Zeit in Puls oder Schlag organisiert diese Abschnitte.

 

Das kannst du jetzt gleich anwenden!  Schlage mit einer Hand langsam, in regelmäßigen Abständen auf den Tisch o.ä. und sage dabei immer tick und tack! Dadurch bildest du eine Gruppe von zwei Tönen. Probiere das gleich aus!

 

2 | tick tack | Tick tack |  tick tack | tick tack | 

 

Durch die gleichmäßige Wiederholung der Handschläge können wir die Zeit markieren und messen.

Gleichmässigkeit - im Takt bleiben

Du hast erfahren, wie du stehend, klatschend und sprechend eine gleichmäßige Bewegung, einen Rhythmus und ein Takt erzeugen kannst.

 

Ich habe mit meiner Freundin einmal ein Boot ausgeliehen. Das Rudern war am Anfang gar nicht so einfach. Ich musste mit meiner Stimme ein hörbares Zeichen geben („Ziehen“), wenn wir gemeinsam zogen, damit das Boot gerade im Wasser gleitet. Sagen wir es einfacher, damit wir im gleichen Rhythmus rudern!

 

Das kennt ihr auch vom Tanzen, dort müsst ihr euch auch gleichmäßig zur Musik bewegen. 

 

Jeder der Musik machen will braucht Gleichmäßigkeit im Rhythmus, um im Takt bleiben. 

 

Wir wollen alle „auf einer Welle schwimmen“ sprich gemeinsam im Takt musizieren, weil das gut klingt.

 

Mit welcher Methode also kannst du den Rhythmus besser in deinem Körper verankern?

 

Rhythmus beginnt im Kopf bzw. im Körper. Nicht erst beim Schlaginstrument. Denn ein Schlaginstrument (wie Bongos oder Trommeln) zu beherrschen, ist gar nicht so einfach. 

 

Für jeden der/die musiziert bzw. singt ist eine rhythmische Schulung empfehlenswert, die ganzheitlich ist und auf einer wirksamen natürlichen Methode basiert, bei der bestenfalls dazu gesungen wird.

TaKeTiNa  Rhythmus-Pädagogik

Die TaKeTiNa Methode wurde vom österreichischem Schlagwerker W. Flatischer entwickelt. 

 

Ich habe bei ihm einen Workshop gemacht, daher kenne ich die TaKeTiNa-Methode sehr gut, und kann sie nur empfehlen.

Warum ist die Methode so besonders?  Das kann Flatischler selbst am besten beantworten, daher einige Zitate aus seinem Buch: 

 

"Profunde rhythmische Orientierung lässt sich niemals nur durch Hören oder durch  Bewegung der Hände entwickeln.  Um sie zu erschließen braucht es das elementare Wirken der Schwerkraft und zugleich ein Feld in dem das  Nervensystem stundenlang Zeit hat, die entstehenden Informationen aufzunehmen."

 

„Das was die Sensomotorik an Bewegungsinformation bräuchte, kann das stille Sitzen oder Stehen nicht liefern.  Auch lautes Zählen ist da keine Abhilfe, denn hiermit schaltet sich umgehend wieder das Denken ein."

 

"Der Rhythmus der Gewichtsverlagerung prägt sich über das Gleichgewichtsorgan im Nervensystem ein.

 

„Alle  meine Tromellehrer bestand darauf dass ich Rhythmen erst dann notierte wenn ich sie bereits spielen und memorieren konnte. Zuerst unvoreingenommen erleben, erspüren und erfahre, dann reflektieren und erkennen“ 

 

Es gibt konkrete, einfache Schritte, Muster und kurze Melodien die dabei gesungen werden. Diese kurzen Melodien sind gut geeignet zum weiterentwickeln und improvisieren. 

 

Bei TaKeTiNa wird der Körper als Instrument eingesetzt. Und das auf mehreren Ebenen. Nämlich Fuß, Hände und die Stimme (also Schritte,  Klatschen, Call & Response-Singen). Was macht die Stimme, was machen die Hände, was die Füße? 

 

Die Übungen werden im Stehen praktiziert, das ist sehr wichtig.

 

Ausgehend vom Sprechen des Rhythmus-Mantras wie Ta - Ke -Ti - Na (4/4)  oder Ga - Ma - La (3/4)  werden auf bestimmte Silben-Schritte gesetzt. Damit kann sich eine erste rhythmische Ebene im Körper realisieren. 

 

Ist das grundlegende Zeitmaß und eine „Takt-Welle“  im Körper verankert, kommt eine weitere rhythmische Ebene hinzu. Diese wird realisiert durch das  Klatschen. Hierbei werden wiederum bestimmte Silben des Rhythmus-Mantras mit Klatschen unterstrichen.

 

Ist auch das Klatschen in der Gruppe verankert, wird das Sprechen des Rhythmus-Mantras abgelöst durch wechselseitiges Singen. Die Übungsleiterin singt verschiedene kurze Melodien, der Teilnehmer antwortet bzw. wiederholt dies anschließend.

 

Dieses Gefühl, durch den Körper den Rhythmus und die Rythmik zu erleben, ist absolut einmalig. Das führt dazu, dass folgend jeder auf seinem Instrument dieses Rhythmusgefühl umsetzen kann. 

 

Es gibt natürlich auch andere Methoden, mit denen man ein Rhythmus-Gefühl entwickeln kann, aber die sind nicht so elementar und wirksam wie die TaKeTiNa Methode. 

 

Ich kann euch nur ans Herz legen, unbedingt TaKeTiNa auszuprobieren, wenn es in eurer Nähe Workshops oder Schnupperkurse dazu gibt.

Leider ist das ausgezeichnete Buch: „Rhythm for Evolution": Das TaKeTiNa-Rhythmusbuch Ausgabe mit DVD“ kaum mehr erhältlich bzw. sehr teuer. Etwa 100€ bei Amazon. Aber jeden Cent wert!  

 

Als alternative kann ich dir auch das Buch „Rhythmus als Weg“ empfehlen.  

 

Es gibt auch einige Videoclips auf YouTube, wo die Übungen kurz vorgestellt werden. 

 

Link zur Homepage:   https://powerofrhythm.com/de/

 

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