Klavierspielen lernen, aber mit welcher Methode?

 

Das Problem

 

Lassen Sie mich mit einem Zitat beginnen: 

 

Können Sie sich vorstellen, Mathematik, Physik, Biologie oder irgendetwas anderes ohne ein Lehrbuch zu lernen, und das (wenn Sie Glück haben) nur mit dem Gedächtnis Ihres Lehrers als Führung?  Ohne Lehrbücher und Dokumentation wäre unsere Zivilisation nicht über die der Dschungelstämme hinausgekommen, deren Wissensbasis durch wörtliche Überlieferung weitergegeben wurde.  Das ist im Grunde die Stufe, auf der sich die  Klavierpädagogik während 200 Jahren befunden hat!

 

Das hat Chuan Chang, ein chinesischer Klavierliebhaber und Lernforscher, der zwar kein ausgebildeter Klavierlehrer, dafür aber ein Physiker ist,  in seinem Buch „Fundamentals of Piano Practice“, auf Deutsch:  „Die Grundlagen des Klavierspiels,“ geschrieben.  (Auf Amazon auf in englischer Sprache erhältlich) © Chuan C. Chang. Ich verwende hier übersetzte Auszüge vom Übersetzer © Edgar Lins.

 

Warum schreibt ein Physiker ein Lehrbuch über Klavierspielen?

 

Eigentlich seltsam, finden sie nicht auch?

 

Sind die Klavierlehrer überhaupt pädagogisch ausgebildet? Unterrichten sie methodisch und didaktisch und überhaupt nach einer Methode? Dieser Fragen werden wir auch hier nachgehen.

 

Es gibt viele Bücher über das Erlernen vom Klavierspielen, jedoch kann keines davon als Lehrbuch für Übungsmethoden gelten, was man als Schüler allerdings benötigt. Diese Bücher sagen Ihnen, welche Fertigkeiten Sie benötigen (Tonleitern, Arpeggios, Triller etc.), die weiter fortgeschrittenen Bücher beschreiben die Fingersätze, Handpositionen, Bewegungen usw., mit denen man sie spielt, aber keines davon liefert einen ausreichend vollständigen, systematischen Satz mit Anweisungen darüber, wie man übt. Darum werden Schüler ohne die richtigen Übungsmethoden hoffnungslos zurückbleiben.

 

Klavierspielen wurde oft wie eine Religion gelehrt: Glaube, Hoffnung, Liebe. Glaube daran, dass wenn man von einem "Meister"-Lehrer vorgeschlagene Verfahren befolgt, diese auch automatisch funktionieren. Hoffnung, dass "üben, üben, üben" ins Paradies führt. Liebe, sodass die gebrachten Opfer und die geleisteten Beiträge Wunder wirken. Eine Methode ist nicht akzeptabel, solange die Schüler nicht verstehen, wie und warum sie funktioniert.

 

Wir werden sehen, dass viele "etablierte Lehrmethoden" Mythen sind, die dem Schüler unbeschreibliches Elend verursachen können. Solche Mythen überleben aufgrund eines Mangels an gründlicher wissenschaftlicher Untersuchung.

 

Der Zweck dieses Ratgebers ist es, die bekannten Methoden zum Klavier Üben vorzustellen. Für Schüler bedeutet das Kennen dieser Methoden eine Verringerung der zum Lernen notwendigen Zeit, die einen wesentlichen Teil der Lebenszeit ausmacht, und eine Zunahme der Zeit, die für das Musizieren genutzt werden kann, anstatt sie mit dem Kampf der Spieltechnik zu verbringen. 

 

Viele Schüler verbringen ihre komplette Zeit damit, neue Stücke zu lernen, und da dieser Vorgang so lange dauert, bleibt keine Zeit für das Üben der Kunst, Musik zu machen, übrig. Dieser bedauerliche Umstand ist das größte Hindernis für die Entwicklung der Spieltechnik, weil das Musizieren für die technische Entwicklung notwendig ist. 

 

Wenn jemand, der durchschnittlich intelligent ist, mit nichts außer einem Klavier auf einer einsamen Insel ausgesetzt wäre und sich entscheiden würde zu üben, würde diese Person wahrscheinlich eine intuitive Übungsmethode entwerfen. Das heißt, ein Lehrer, der diese Art von Übungsmethoden lehrt, lehrt einem im Grunde nichts - die Methode ist wie gesagt rein intuitiv. 

 

Die meisten Lehrer haben die richtigen Methoden niemals gelernt und wurden deshalb zu den intuitiven Methoden hingezogen. Die Schwierigkeit mit kontraintuitiven Methoden ist, dass sie schwerer anzunehmen sind als intuitive; Ihr Gehirn sagt Ihnen ständig, sie seien falsch und Sie sollten zu den intuitiven zurückkehren.

 

Welche Methoden gibt es?

 

Eine Methode die all diese Erkenntnisse und Aspekte berücksichtigt ist die Schneemann-Methode. Diese aber hebe ich mir für den Schluss auf. 

 

Es gibt einige Klavierschulen, die bekannt sind, wie z.B. die Russische Klavierschule. Es gibt sie in jeder Musikbuchandlung zu kaufen, sie hat drei Bände. Ich kenne sie gut, weil auch meine Tochter aus diesem Buch zahlreiche Stücke gelernt hat. Was sagt die Presse dazu?

 

„Die russische Klavierschule Band 1 von Nikolajew. Die Kunst der russischen Meisterpianisten verrät das hohe Niveau der Klaviermethodik in Russland, die in lebendiger und zielgerichteter Weise den Schüler fördert und in der internationalen Klavierpädagogik große Anerkennung gefunden hat. Sie geht ganz bewusst von der Schulung der Klangvorstellung aus, stellt die Hörkontrolle neben den technischen Aspekt des Unterrichts und schafft damit die Möglichkeit, die wichtigsten Elemente des Klavierspiels in kurzer Zeit zu erlernen.“ (-Quelle: Amazon)

 

Das klingt sehr gut, aber wie schaut es in der Praxis aus?

Das Buch alleine ist eine Notensammlung. Im ausführlichen Vorwort werden zwar einige gute Ratschläge gegeben wie man üben sollte, aber das ist zu wenig. Es wird zwar erwähnt, dass das Wesentliche dann durch den/die Klavierlehrer/in dem Schüler vermittelt wird, also ohne fundiertes Lehrbuch, aber auch das genügt noch nicht.

 

Also ist der größte Faktor eigentlich Glück, dass man einen Lehrer/ eine Lehrerin findet, die dieses Wesentliche und die Methodik des Übens auch ohne Klavierbuch perfekt beherrscht.

 

Das zweite recht verbreitete Buch, über das wir reden, ist die Europäische Klavierschule von Fritz Emont, diese hat drei Bände. Dieses Lehrbuch ist seit über 20 Jahren ein Standardwerkzeug im Unterricht. Mit der Klavierschule lernen Kinder ab etwa 4 Jahren mit viel Spaß Klavier spielen. Spezielle gelbe „Lehrer-Seiten“ enthalten Vorschläge und Tipps und bieten noch mehr Flexibilität bei der individuellen Arbeit mit den Schülern. Also wieder das Gedächtnis und Wohlwollen ihres Lehrers als Führung?

 

Dieses Buch kenne ich ebenfalls, meine Tochter auch daraus ein paar Stücke gelernt. In dem Buch gibt es schon mehrere konkrete Ratschläge, wie man das Buch benützen soll bzw. wie man üben soll. Aber von einer fundierten und didaktischen Vorgehensweise kann auch hier keine Rede sein. Weil hier wieder die Lehrerin oder der Lehrer die notwendigen Methoden beibringen sollte.

 

Die dritte Heft-Serie, die ich noch erwähnen möchte, ist von Hans Bodemann und heißt „Kleine Finger am Klavier“. Die Hefte sind logisch aufgebaut, Schritt für Schritt wird das Notenlesen bzw. das Spielen erlernt, in kleinen Schritten. Aber wieder nur Noten und am Rande ein paarwenige Erklärungen.

 

Ich muss allerdings sagen, die Klavierschule "Tastenzauberei" hat auch diesen Aspekt berücksichtigt und führt die Kinder noch professioneller und umfassender an das Klavierspiel heran, als diese Bandreihe. Es geht also noch besser. Das Preis-Leistungsverhältnis ist aber meiner Meinung nach recht gut. 

 

„Na gut,“ könnte jetzt jemand einwerfen, diese Klavierschulen sind eher Notensammlungen und für das Verhalten der Klavierlehrer nicht verantwortlich. Überall gibt es schwarze Schafe aber auch weiße. 

 

Schauen wir daher weiter. Auch wenn man im Internet sucht, wird es schwer überhaupt ein umfassendes Buch zu finden, dass die Methodik des Klavierspiels beschreibt und erklärt. Nach etwa einer halben Stunde Suche hat man das Gefühl, das es so ein Buch gar nicht gibt… also kommen wir zu 

C. Changs Behauptung zurück. 

 

Die Lösung des Problems

 

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