Der singende Mensch

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Der Singende Mensch

Musik erleben, verstehen durch singen?

  • Die Musik als Spiel

 

Ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen gerne Musik machen und daher auch gerne etwas Neues spielend erlernen würden. Ich werde hier die Musik als Spiel präsentieren. Das hat mehrere Vorteile. Jedes Spiel beruht auf einigen Grundregeln, die man erlernen kann.

 

Ein Spiel ist unterhaltsam. Wer möchte schon trockene Texte über Musik lesen? Die Musik selber ist kompliziert genug, daher machen wir es so einfach wie möglich. Wie viele von Ihnen wurden schon erschreckt, wenn sie ein Notenblatt sahen oder wenn Sie Musikern zuhörten, die kundig über Töne redeten und dabei Buchstaben benutzten wie z.B. C D E usw. Das alles schien so anders und rätselhaft, wie eine fremde Sprache.

 

Aber es ist bekannt, dass man Fremdsprachen lernen kann. Einige von Ihnen haben das vermutlich schon versucht und dabei gute Fortschritte gemacht. Man kann die Musik auch wie eine neue Sprache behandeln. Dazu gehören neue Wörter, Begriffe und Grammatik. Wir wollen uns hier über Musik unterhalten, dazu ist es notwendig, die Sprache der Musik und einige notwendige Fachwörter zu verstehen.

 

Es gibt gute Sprachlehrbücher, mit deren Hilfe man selber eine Sprache erlernen kann. Ich habe als Kind ein sehr gutes Englischlehrbuch bekommen. So konnte ich Lektion für Lektion immer mehr Wörter und Regeln lernen und die interessante, spannende Detektivgeschichte im Buch verfolgen.  Sie können auch die neue „Sprache“ Musik selbst erlernen.

 

Musik ist zwar wie eine Sprache oder ein Spiel, aber ein besonderes, weil sie ja unsichtbar ist. Beides, Musik und Sprache sind hörbar, beide werden durch unseren Hörsinn wahrgenommen. Wir müssen Musik hörbar spielen. Entweder hören wir zu, wenn jemand auf einem Instrument etwas vorspielt, oder wir singen selber ein Lied. Ein Buch ist ein stummes Medium, daher müssen wir uns etwas einfallen lassen, damit wir der Musik, unserem Spiel, in seinem eigenen Element, im Hörbaren begegnen. 

 

  • Durch Singen lernt man die Musik am schnellsten

 

Es gibt eine Methode, bei der Sie am meisten lernen können: das Singen!  Mit keinem Instrument lässt sich das innere Gehör schneller trainieren, als mit der eigenen Singstimme. Beim Singen sind Sie kein passiver Teilnehmer, sprich nur Zuhörer, sondern ein aktiver, der an dem Vorgang unmittelbar beteiligt ist. Um einen Ton zu singen, müssen Sie ihre Stimmbänder genau dosiert steuern und sich gleichzeitig die Melodie im Kopf vorstellen, damit die richtige Tonhöhe erklingt.

 

Das haben Sie schon öfter gemacht, wenn Sie ein Lied gesungen haben. Viele Menschen lieben Musik, spielen aber kein Instrument. Gehören Sie auch zu denen? Kein Problem, ein Instrument zu spielen ist keine Voraussetzung, damit

Sie etwas Wichtiges über Musik lernen können. 

 

Spielen Sie schon ein Instrument? Das ist ein Vorteil, aber Achtung! Ein Instrument verführt dazu, die Tasten oder die Saiten mechanisch zu greifen, ohne die wahre Bedeutung der Musik genau zu kennen. Instrumentalunterricht basiert auf absoluter Notation, Singen ist relativ.

 

Was heißt das konkret? Sie können eine Melodie einmal von einem beliebigen Anfangston aus singen, aber auch von einem anderen aus, der höher oder tiefer ist. Die Melodie bleibt trotzdem gleich. Das heißt, Singen ist relativ. Natürlich kann man auf einem Instrument eine Melodie auch tiefer oder höher spielen, aber das ist nicht so einfach, denn es müssen Tasten, Saiten und Noten verändert werden. Nachdem nicht jeder ein Instrument besitzt, gehen wir auf Nummer sicher! Singen kann jeder. 

 

"Das ursprüngliche Verhältnis finden wir dort, wo die Musik nicht zu den Menschen kommt, sondern aus den Menschen: beim Volkslied. Die Melodien der Volksmusik sind nicht Werke und existieren nur in der lebendigen Tradition von Geschlecht zu Geschlecht."

 

Beim Singen tritt das ursprüngliche Wesen des 'homo musicus' hervor. Er wird zum Menschen, der die Musik zur Selbstverwirklichung benötigt. Für Zuckerkandl hat das Lied die Kraft, zwischenmenschliche Distanzen zu überwinden und die Menschen zu vereinen."  - schreibt Gerhard Lipp über V. Zuckerkandl´s  Sichtweise über  Musik.

 

Die natürlichste Art zu musizieren ist das Singen! Hat nicht jeder von uns zumindest ein Kinderlied erlernt? Mehr Vorbildung ist nicht nötig.

 

  • Die Singstimme.

 

Heutzutage wird der Musikunterricht mit Instrumentalunterricht gleichgesetzt. Beim Singen stimmen wir unsere Stimmbänder ständig auf die erforderliche Tonhöhe ein. Das gelingt nur, wenn wir die erwünschte Tonfolge innerlich, mit der Hilfe des inneren Gehörs  vorstellen können.  Um eine Melodie zu singen, muss man sich zunächst vorstellen, so wie wir ein Wort innerlich ausdenken bevor wie es aussprechen.

 

Beim Singen erzeugen wir selbst den Ton, unsere Stimmbänder schwingen, unser Körper wird zum Verstärker, zum Resonanzkörper. So können wir erleben den Wechsel z.B. von Konsonanz und Dissonanz eindringlicher als dies je auf einem Instrument möglich wäre.

 

Die Bildung des inneren Gehörs sollte  das oberste Ziel jeder Musikunterricht sein. Das gilt auch für den Instrumentalunterricht. Wer sich Musik vorstellen kann, wird jedes Instrument schneller als der üblichen Zeit erlernen. Ein ähnlicher Vorgang ist das Mentale Training, wenn Sportpsychologen die Vorstellungskraft der Sportler trainieren. 

 

Wer singt, muss ja atmen, er beginnt ganz natürlich zu phrasieren, ohne dass ihm dies jemand ausdrücklich sagen müsste. Wie die Länge des Atems ist auch der Stimmumfang begrenzt. Viele Komponisten haben die sangliche Linie, den Melodiebogen als ideale Stimmführung gepriesen.  

 

Das ist das Wunder der Musik, und kein Instrument vermag diese Idee besser auszudrücken als unsere Singstimme.

 

Hätten Sie Lust die Spielregeln der Musik singend zu erlernen?  

 

Wenn, ja dann habe ich eine Lösung für Sie!

Ein Buch, eine Methode, mit der Sie dies selber und bequem von zu Hause aus lernen können. Musik für alle!

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Gerd (Dienstag, 27 November 2018 14:51)

    Dieses Buch ist sehr wertvoll. Janos führt einen von den grundlegendsten Anfängen zu den innersten Geheimnissen der Musik. Er erklärt alles sehr einfach und logisch und führt viele Zusammenhänge an, über die jeder vermutlich oft gerätselt hat.